Nisthilfen für Bienen und Wespen
Der Artenreichtum eines Gartens ist die erste Voraussetzung für ein stabiles ökologisches Gleichgewicht und damit auch der wirkungsvollste Beitrag zu erfolgreichem Pflanzenschutz. Die kaum beachteten Insekten spielen dabei die entscheidende Rolle.
Wir können diese vielen kleinen Helfer durch Anlage von Lebensräumen
(wie Hecke oder Wiese), Duldung von Wildpflanzen und „wilden Ecken“
(z.B. Totholzhaufen) wirkungsvoll fördern. Zusätzlich können bei einigen Arten Nisthilfen die Ansiedlungschancen verbessern.
Dies gilt besonders für eine der größten Insektengruppen, die Hautflügler (Hymoptera), zu denen die Bienen (mit den Hummeln) und die Falten-wespen (mit den Hornissen) gehören.

Förderung von Wespen mag zunächst vielen Gärtnern fragwürdig erscheinen. Dabei betätigen sich der weitaus größte Teil unserer Bienen und Wespenarten weder als „Schädling“ noch als „Plagegeist“.
Bienen und Wespen leisten hingegen im Garten wichtige Bestäubungsarbeit und helfen bei der Dezimierung (und Regulierung) pflanzenfressender Insekten („Schädlinge“).
Die meisten Bienen- und Wespenarten bilden keine Staaten, sondern leben einzeln („solitär“).
Die Weibchen bauen Brutröhren in morschem Holz, alten Zaunpfählen, Hohlstengeln von Pflanzen, Steinspalten, Sandgruben oder Wegen und versorgen ihre Brut ohne die Mithilfe ihrer Artgenossen.
Als Nahrungsvorrat für die Larven werden entweder Blütenstaub und Nektar oder bei den meisten Wespen gelähmte Insekten und Raupen in die Brutkammern eingebracht. Die Brutkammern werden dann mit Lehm oder Harz verschlossen.
In der freien Natur beobachten wir seit einigen Jahrzehnten einen starken Rückgang solitär lebender Bienen und Wespen. Ursache dafür sind zum eine Einsätze von Umweltgiften, zum anderen die Beseitigung geeigneter Nistplätze.
Unter Berücksichtigung ihrer Lebensweise können wir den bedrohten Insekten in unseren Gärten mit einfachen Mitteln wirkungsvoll helfen.
Nisthilfen aus Holz
Mit angebohrten Hartholzklötzen, Baumscheiben oder Stämmen (Eiche, Buche, Akazien- oder Obstbaumholz) können wir geeignete Nisthilfen an?bieten (vgl. Skizzen).

Die Bohrungen sollten einen Durchmesser von 1-10 mm und eine Tiefe von 5-10 cm haben und waagerecht orientiert sein. Ebenso können hohle Stengel und Zweige von Holunder oder Schilf gebündelt aufgehängt werden. Wir hängen oder stellen diese Nisthilfen an einem sonnigen und windgeschützten Platz auf.
Selbst auf einem Balkon in der Stadt können diese Nisthilfen bei günstigen Bedingungen angenommen werden (Nahrungspflanzen und Verzicht auf Gifte).
Auch die Ritzen der Trockenmauern oder offene Sandflächen (z.B. auf Wegen im Garten) werden von manchen Arten als Nistplätze angenommen. Ebenso wichtig sind als Nahrungs-quelle blütenreiche Lebensräume und Kleinstandorte (Wiesen, Blumenbeete, Wildkrautecken). In Jedem Fall sollten wir eine Gefährdung der Bienen und Wespen durch Einsätze mit giftigen Chemikalien (Insektiziden, Herbiziden) vermeiden

Herausgeber:
Naturschutzzentrum NRW Leibnizstr. 10, 45659 Recklinghausen Tel.: 02361-305335
- Arbeitskreis VHS-Biogarten Volkshochschule Düsseldorf Postfach 1120, 4000 Düsseldorf
Text:
Zeichnungen:  A. Niemeyer-Lüllwitz, G. Redemann, G. Redemann, H. Pless

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Bilder Archiv
aktualisiert am 16.07.2008